Steuerreform: So viel mehr bleibt Ihnen im Börsel

Steuerreform: Was das für Sie persönlich bringt

Die Steuerreform 2016 hat ein Volumen von rund 5,2 Mrd. Euro.* Wie viel haben Sie selbst davon? Wie hoch ist Ihre eigene steuerliche Entlastung? Und wie können Sie diesen Betrag nützen?

Über sechs Mio. Menschen sollen von der Entlastung durch die Steuerreform profitieren. Erreicht wird die Entlastung durch niedrigere bzw. mehr Steuersätze, wodurch die Wirkung der Progression gemildert wird.
 

Das sind die neuen Steuersätze

Wie bisher sind alle Einkommen unter 11.000 Euro pro Jahr steuerfrei. Danach gibt es sechs Tarifstufen. Der Eingangsteuersatz wird deutlich gemildert und beträgt nunmehr 25 Prozent (bisher 36,5 Prozent).

  • 11.000 Euro bis 18.000 Euro pro Jahr: 25 Prozent
  • 18.000 Euro bis 31.000 Euro pro Jahr: 35 Prozent
  • 31.000 Euro bis 60.000 Euro pro Jahr: 42 Prozent
  • 60.000 Euro bis 90.000 Euro pro Jahr: 48 Prozent
  • 90.000 Euro bis 1 Mio. Euro pro Jahr:   50 Prozent
  • Für Einkommensteile über einer Mio. Euro gibt es einen auf fünf Jahre befristeten Steuersatz in der Höhe von 55 Prozent.

Wie viel bringt’s im Durchschnitt?

Die durchschnittliche steuerliche Entlastung beträgt nach verschiedenen Berechnungen zwischen 90 und 100 Euro im Monat. Laut Berechnungen des Institutes für Höhere Studien wird sich die so genannte effektive Abgabenquote durch die Steuerreform von 23 auf 20 Prozent verringern. Ein durchschnittlicher Haushalt soll ab 2016 jährlich um 1.300 Euro mehr zur Verfügung haben als vor der Steuerreform.

Wie viel bleibt Ihnen?

Das Finanzministerium hat einen "Entlastungsrechner" ins Netz gestellt. Geben Sie wahlweise Ihr Brutto- oder Ihr Nettoeinkommen sowie weitere Parameter (etwa Angestellter – Arbeiter – Pensionist) ein. Auf Basis der von Ihnen eingegebenen Daten wird Ihre persönliche Steuerersparnis für das Jahr 2016 errechnet.
 

Berechnen Sie Ihre Steuerentlastung
 

Negativsteuer: Auch wenn Sie weniger als 11.000 Euro im Jahr verdienen und folglich keine Steuern zahlen, profitieren Sie von der Steuerreform. Denn die so genannte Negativsteuer wird erhöht. Die Negativsteuer ist eine Rückerstattung der von Ihnen bezahlten Sozialversicherungsbeiträge ("Sozialversicherungserstattung"). Diese wird von zehn auf 50 Prozent der Sozialversicherungsbeiträge, maximal jedoch auf 400 Euro erhöht und somit um 290 Euro angehoben. Wenn Sie Anspruch auf Pendlerpauschale haben, dann erhöht sich der maximale Betrag, den Sie rückerstattet bekommen können, auf 500 Euro. Auch Pensionisten mit einer Niedrigpension können erstmals eine Negativsteuer (bis zu 110 Euro jährlich) beantragen.

Weitere Erleichterungen

  • Erhöhung / Verdopplung Kinderfreibetrag: Der Kinderfreibetrag beträgt, wenn er nur von Vater oder Mutter in Anspruch genommen wird, 440 Euro (bisher 220 Euro). Wird der Kinderfreibetrag von beiden Elternteilen in Anspruch genommen, so beträgt er pro Person 300 Euro (bisher 132 Euro).
  • "Automatische" Arbeitnehmerveranlagung: Bei der Arbeitnehmerveranlagung ("Steuerausgleich") gibt es Erleichterungen. Unter anderem ist nunmehr eine so genannte antraglose Arbeitnehmerveranlagung vorgesehen. Bisher ging vielen Arbeitnehmern eine Steuergutschrift verloren, weil sie aus verschiedenen Gründen keine Arbeitnehmerveranlagung durchführten. Dies soll sich durch die antraglose Arbeitnehmerveranlagung ändern. Voraussetzungen dafür sind unter anderem, dass der Steuerpflichtige bis zum 30. Juni des Folgejahres selbst keine Steuererklärung abgegeben hat und sich aus den Daten, die dem Finanzamt vorliegen, eine Steuergutschrift ergibt.
  • Erhöhung Verkehrsabsetzbetrag: Der Arbeitnehmerabsetzbetrag wird in den Verkehrsabsetzbetrag integriert und beträgt nunmehr 400 Euro (automatische Berücksichtigung bei der Lohnverrechnung). Bisher betrug der Arbeitnehmerabsetzbetrag 54 Euro und der Verkehrsabsetzbetrag 291 Euro.
Hier finden Sie eine detaillierte Übersicht zu allen Änderungen

Ihre Steuerersparnis – Ihre Möglichkeiten

Sich etwas gönnen …

  • Die Steuerreform soll nicht zuletzt den schwächelnden Konsum anheben und damit etwas zur Konjunkturbelebung beitragen. Das Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO erwartet sich durch die Steuerreform "merkliche Impulse für den Konsum". Dass man die Steuerentlastung nutzt, um sich gelegentlich etwas mehr zu gönnen und vielleicht das eine oder andere Mal spontan etwas zu kaufen, liegt auf der Hand.

… und für die Zukunft vorsorgen: Mit einem Teil Ihrer Mehreinnahmen können Sie etwas für die eigene Zukunft tun. Folgende Möglichkeiten stehen Ihnen zur Verfügung:

  • regelmäßig ansparen (Raiffeisen Sparbuch, Raiffeisen Online Sparen, Raiffeisen Bausparen, Fondssparen)
  • oder in die persönliche Altersvorsorge investieren bzw. mit einem gezielten Vermögensaufbau beginnen. Ihr Raiffeisenberater informiert Sie über alle in Frage kommenden Möglichkeiten, z.B. über eine Lebensversicherung. "Meine Raiffeisen Pension" bietet Ihnen als klassische Lebensversicherung die Wahlmöglichkeit – Auszahlung als einmalige Kapitalleistung oder als lebenslange garantierte Rente.


Für detaillierte steuerliche Fragen wenden Sie sich an einen Steuerberater bzw. Wirtschaftstreuhänder. Wenn es um Fragen Ihrer persönlichen Geldanlage bzw. der Zukunftsvorsorge geht, dann ist Ihr Raiffeisenberater der richtige Ansprechpartner. Lassen Sie sich über alle Möglichkeiten informieren.

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* Quelle: Parlamentskorrespondenz, 16. Oktober